Projekt "Bayerns
UrEinwohner"
„Das Bayerische Löffelkraut – ein
bayerischer UrEinwohner an Quellen“
Ein Gemeinschaftsprojekt der Landschaftspflegeverbände
Ebersberg und München-Land
Das Löffelkraut als Teil der Kampagne „Bayerns UrEinwohner“
Anlässlich der im Juni 2008 in Deutschland stattfindenden Konferenz zur
Biologischen Vielfalt starten die Bayerischen Landschaftspflegeverbände
die Kampagne „Bayerns UrEinwohner“. Mit mehr als 100
Veranstaltungen
und einer einwöchigen Reise zu den Ureinwohnern im September wollen die
Bayerischen Landschaftspflegeverbände Lust auf Vielfalt verbreiten.
Der Landschaftspflegeverband Ebersberg e. V. und der
Landschaftspflegeverband München-Land beteiligen sich an dieser Kampagne
zur Artenvielfalt in Bayern mit Aktionen zum Bayerischen Löffelkraut (Cochlearia
bavarica Vogt).
Weltweit einmalig: Das Löffelkraut in Bayern
Für das Überleben des Bayerischen Löffelkrauts hat der Freistaat Bayern
die weltweite Alleinverantwortung. Als sogenannter Endemit wächst diese
Pflanze weltweit nur in Bayern und dort nur in den Landkreisen
Ebersberg, München und Rosenheim und in wenigen weiteren Landkreisen des
Alpenvorlandes (Allgäu).
Saubere Quellen wie der Ursprung der Glonn in der Ortschaft Glonn oder
Quellaustritte im Kupferbachtal sind die bevorzugten Standorte dieses
eher unscheinbaren Krauts mit den löffelförmigen Blättern. Seinen
Lebensraum teilt das Löffelkraut mit weiteren „urigen“ Pflanzen und
Tieren wie dem Kriechenden Sellerie oder der winzigen Bayerischen
Quellschnecke.
Für den Erhalt der biologischen Vielfalt Bayerns hat der Erhalt des
Bayerischen Löffelkrauts oberste Priorität. Seit Jahren werden die
Wuchsorte des Löffelkrauts im Rahmen des Artenhilfsprogrammes Botanik
des Landesamtes für Umwelt (LfU) regelmäßig untersucht und ihre
Gefährdung bewertet.
Lokal Handeln: Konkrete Maßnahmen zum Schutz
Der Ankauf einer Fläche südlich von Reisenthal durch den Landkreis
Ebersberg war ein Glücksfall. So konnte der Landschaftspflegeverband
Ebersberg einen 300m langen
verrohrten
Quellbach, den Dollnbach, wieder renaturieren. Bei der Neugestaltung des
Baches wurde besonders auf die Ansprüche des Löffelkrauts geachtet, das
sich langfristig dort ansiedeln soll.
Im Landkreis München wird die Pflege der wertvollen Hang- und
Streuwiesenflächen im Kupferbachtal seit 1999 durch den
Landschaftspflegeverband München-Land e.V. organisiert.
Mit einigen auf die Pflege extrem nasser Standorte spezialisierten
Landwirten gelang es zunächst, durch das Entfernen der alten
Schilfauflagen die noch verbliebenen Einzelstandorte zu sichern. Seit
2006 wird nach jahrelanger gezielter Mahd eine stetige Zunahme des
Bayerischen Löffelkrauts und eine langsame Stabilisierung der Bestände
bebachet.

>>
Flyer "Bayerns
UrEinwohner"
>>
Pressemitteilung Bayerisches Landesamt für Umwelt
Weiterführende
Informationen unter:
http://www.bayerns-ureinwohner.de
http://www.lfu.bayern.de/natur/fachinformationen/
artenhilfsprogramm_pflanzen/index.htm
http://www.bayernflora.de/de/info_pflanzen.php?taxnr=6725
<<
zurück
|